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Chinesisches Hinterland als Standort für Auslandsinvestitionen

16.04.2013 - Shanghai ist und bleibt die begehrteste Stadt für ausländische Investitionen in China. Doch auch Städte im chinesischen Westen werden für Investoren immer attraktiver. Der Deloitte-Report "China-Trends - Neue Investitionsstandorte in China" gibt Hinweise zu Investitionsanreizen und Fördermaßnahmen.

Die aktualisierte Rangliste der erfolgreichsten Investitionsstandorte zeigt: Mit Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, und der Mega-Metropole Chongqing haben sich zwei Zentren im sogenannten Westen Chinas, also dem Hinterland abseits der Süd- und Ostküste, weit nach vorne geschoben. Damit geht der Plan der chinesischen Regierung auf, den bislang eher schwach entwickelten Westen für Investoren attraktiver zu machen. Zwar ist Shanghai auch bei deutschen Firmen die häufigste Wahl - etwa 1.500 deutsche Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Aber immerhin haben bereits über 100 Betriebe das Motto "Go West" befolgt und sind nach Chengdu und Chongqing gegangen.

Förderung durch "Go West"-Initiative

Vor über 30 Jahren öffnete sich China ausländischen Investoren - jedoch zunächst nur für Regionen an der Süd- und Ostküste. Heute liefern sich chinesische Standorte einen Wettbewerb um Unternehmen, vor allem um deutsche. Städte und Provinzen im "wilden Westen" Chinas genießen seit der 1999 gestarteten "Go West"-Initiative eine besondere Förderung.

"Der Westen holt auf, das zeigen Zahlen und Rankings, aber auch Umfragen. So hat das German Chamber of Commerce deutsche Unternehmen 2012 zur Attraktivität chinesischer Investitionsstandorte befragt - mit dem Ergebnis, dass Zentral- und Westchina immer interessanter werden. Chengdu gehört neben Shanghai und Beijing zu den beliebtesten Städten", kommentiert Dirk Hällmayr, Partner bei Deloitte.

Unterschiedliche Investitionsanreize

Der Wettbewerb chinesischer Regionen und Metropolen um Investoren hat verschiedene Ausprägungen. Über die lokalen Investitionsparks werden ausländischen Unternehmen finanzielle und nicht-finanzielle Anreize - von Steuererleichterungen bzw. -rückerstattungen über Infrastrukturangebote bis hin zur Zollbefreiung oder auch Genehmigungserleichterungen angeboten.

"Für Investoren lohnt sich ein genauer Vergleich - natürlich immer auch vor dem Hintergrund, dass die Standortwahl eine weitreichende strategische Entscheidung ist. Mehrere 1.000 Industrieparks gibt es heute in China. Welcher sich am ehesten für die eigenen Pläne eignet und ob ein Standort im Hinterland tatsächlich Vorteile bietet, muss jeder Investor individuell entscheiden", ergänzt Dirk Hällmayr.

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt